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Kniearthrose ist kein Schicksal – Ihr Weg zu mehr Bewegungsfreiheit beginnt hier
Kniearthrose Übungen sind der Schlüssel zu einem schmerzfreieren, aktiveren Leben. Eine Kniearthrose-Diagnose kann verunsichern und das Gefühl vermitteln, die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren. Viele Betroffene erleben Momente der Ratlosigkeit: Wie soll es weitergehen? Wird der Schmerz zum ständigen Begleiter? Muss das Leben eingeschränkt werden? Doch diese Sorgen sind unbegründet. Sie sind diesem Zustand nicht hilflos ausgeliefert. Ein schmerzfreieres, aktives Leben ist nicht nur möglich – es ist erreichbar.
Dieser Leitfaden basiert auf wissenschaftlich fundierten Methoden und zeigt, wie durch gezieltes Wissen und die richtigen Kniearthrose Übungen die Regie über die eigene Gelenkgesundheit zurückgewonnen werden kann. Die gute Nachricht: Kniearthrose ist kein unabwendbares Schicksal, sondern eine beeinflussbare Erkrankung.
Kniearthrose neu verstehen: Mehr als nur „Verschleiß"
Für eine erfolgreiche Behandlung Ihrer Kniearthrose brauchen wir zunächst eine grundlegende Revolution in der Denkweise. Es geht um einen echten Paradigmenwechsel – einen radikalen Bruch mit dem passiven, fatalistischen Modell des reinen „Verschleißes“. Die Entmystifizierung der Arthrose macht den entscheidenden Unterschied: zwischen passiver Hinnahme eines vermeintlichen Schicksals und aktivem Management einer beeinflussbaren Erkrankung. Wenn wir verstehen, was im Gelenk wirklich passiert, können wir gezielt und ohne Angst handeln.
Was passiert wirklich im Gelenk? Vom „Wear and Tear" zum „Wear and Repair"

Lange dominierte der Mythos des rein mechanischen „Verschleißes“ (engl. „Wear and Tear“). Diese Vorstellung suggeriert, unser Kniegelenk sei wie ein Autoreifen, der sich mit jeder Benutzung unaufhaltsam abnutzt. Diese Sichtweise ist nicht nur veraltet – sie ist falsch.
Das moderne, biologische Konzept beschreibt Arthrose als Prozess des „Wear and Repair“: Abnutzung und Reparatur.[1] Arthrose ist eine Erkrankung des gesamten Gelenks als lebendiges Organ. Dazu gehören Knorpel, darunterliegender Knochen, Bänder, Gelenkinnenhaut (Synovia) und umliegende Muskulatur. Im Kern liegt ein Ungleichgewicht zwischen Abbau- und Reparaturprozessen im Gelenk vor.
Entscheidend ist die Erkenntnis: Der Gelenkknorpel ist für seine Ernährung auf Bewegung angewiesen. Intermittierende Belastung – der Wechsel von Druck und Entlastung – wirkt wie eine Pumpe, die Nährstoffe in den Knorpel transportiert.[1] Inaktivität hingegen unterbindet diese essenzielle Versorgung und beschleunigt den Abbauprozess. Bewegung ist also nicht der Feind, sondern die Medizin für Ihr Gelenk.
Der Teufelskreis aus Schmerz und Inaktivität

Bei Kniearthrose geraten viele Betroffene in einen Teufelskreis, der die Symptome stetig verschlimmert. Dieser Kreislauf besteht aus drei eng verknüpften Komponenten:
1. Arthrogene Muskelinhibition: Schmerz und Schwellungen im Knie führen über reflexartige Mechanismen im Rückenmark dazu, dass die Ansteuerung der Oberschenkelmuskulatur (insbesondere des M. quadriceps) gehemmt wird.[1] Das Gehirn „schaltet“ den Muskel ab, um das schmerzende Gelenk zu schützen. Dies führt jedoch zu Instabilität und weiterer Fehlbelastung.
2. Sensorische Defizite: Die Fähigkeit des Körpers, Position und Bewegung des Gelenks im Raum wahrzunehmen (Propriozeption), nimmt ab.[1] Die motorischen Signale werden unpräziser – das führt zu Mikro-Instabilitäten und einem unsicheren Gefühl beim Gehen.
3. Kinesiophobie: Die Angst vor dem Schmerz ist eine natürliche, aber fatale Reaktion. Sie führt zur Vermeidung von Bewegung.[1] Diese Inaktivität hat zur Folge, dass die Muskulatur weiter abbaut, das Körpergewicht oft zunimmt und die Belastungstoleranz des Gelenks immer weiter sinkt. Alltägliche Aktivitäten, die früher schmerzfrei waren, lösen nun Beschwerden aus. Das verstärkt die Angst und die Inaktivität weiter.
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, bedarf es eines strukturierten Programms, das sowohl Kopf als auch Körper anspricht.
Das GLA:D® Programm: Ein wissenschaftlich fundierter Weg zu mehr Lebensqualität
Das GLA:D® Programm ist die direkte Operationalisierung jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung.[2] Es übersetzt die abstrakten Empfehlungen internationaler Leitlinien in ein konkretes, klinisches Produkt.[1] Es schlägt die Brücke zwischen den neuesten Erkenntnissen und Ihrem alltäglichen Leben und gibt Ihnen einen klaren, bewährten Fahrplan an die Hand.
Was ist GLA:D®?
GLA:D® steht für „Good Life with osteoArthritis in Denmark“ (Ein gutes Leben mit Arthrose in Dänemark). Das Programm wurde 2013 von den Professoren Ewa M. Roos und Søren T. Skou in Dänemark entwickelt.[2] Ihr Ziel: die eklatante Lücke zwischen den Empfehlungen internationaler Leitlinien und der tatsächlichen Versorgung von Arthrose-Patienten zu schließen.[2] Sie wollten eine wirksame, wissenschaftlich belegte Alternative zu einer Behandlung bieten, die sich oft nur auf „Pillen und Chirurgie“ konzentriert.
Die drei Säulen des Erfolgs: Aufklärung, Training und Qualität
Der weltweite Erfolg von GLA:D® basiert auf drei untrennbaren Säulen, die zusammenwirken, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen:[1]
1. Patientenedukation (Aufklärung): Sie erhalten fundiertes Wissen über Arthrose, Schmerzmanagement und die positiven Effekte von Bewegung.[1] Dieses Wissen befähigt Sie, informierte Entscheidungen für Ihre Gesundheit zu treffen und Ihre Erkrankung selbst zu managen.
2. Neuromuskuläres Training (NEMEX): Unter professioneller Anleitung führen Sie ein gezieltes Übungsprogramm durch.[1,8] Der Fokus liegt nicht auf maximaler Kraft, sondern auf der Verbesserung der Bewegungsqualität, der Gelenkstabilität und der muskulären Ansteuerung.
3. Qualitätsregister (Datenerfassung): Die Fortschritte aller Teilnehmer werden systematisch erfasst und ausgewertet.[1] Dies sichert nicht nur die Qualität des Programms, sondern liefert auch eindrucksvolle Beweise für seine Wirksamkeit.
Die Bedeutung für Sie: Kontrolle zurückgewinnen
Im Kern geht es bei GLA:D® um Empowerment. Das Programm gibt Ihnen die Werkzeuge und das Vertrauen, die Sie benötigen, um die Kontrolle über Ihre Symptome und Ihre Lebensqualität zurückzugewinnen. Sie lernen, dass Sie der wichtigste Akteur in Ihrem Behandlungsprozess sind.
Der erste und wichtigste Schritt auf diesem Weg: durch die richtigen Informationen die Angst vor der Bewegung verlieren und verstehen, wie Sie sicher und effektiv trainieren können.
Der Weg beginnt im Kopf: Die Kraft der richtigen Information
Die Aufklärung im GLA:D® Programm ist weit mehr als eine Formalität – sie ist eine eigenständige therapeutische Maßnahme.[1] Das richtige Wissen ist der Schlüssel, um falsche, limitierende Überzeugungen über Bord zu werfen, die Angst vor Belastung abzubauen und die notwendige Motivation für ein regelmäßiges Training zu schaffen.
Schmerz richtig deuten: Das Ampel-Modell für Ihr Training
Eines der wichtigsten Werkzeuge, das Sie erlernen, ist der richtige Umgang mit Schmerz während der Aktivität. Es gilt weder „Ohne Schmerz kein Erfolg“ noch die Forderung nach absoluter Schmerzfreiheit. Das Ampel-Modell (auch als „Safe Pain Zone“ bekannt) gibt Ihnen eine klare Orientierung auf einer Schmerzskala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz):[1]
- 0-2 (Grün): Sicherer Bereich. Dies ist die ideale Zone. Sie können das Training wie geplant fortsetzen.
- 2-5 (Gelb): Akzeptabler Bereich. Schmerz in dieser Intensität ist während der Übungen erlaubt und tolerierbar. Er signalisiert, dass das Gewebe einen Reiz erhält, aber nicht, dass ein Schaden entsteht.
- >5 (Rot): Zu hoch. Wenn der Schmerz dieses Niveau übersteigt, sollten Sie die Übung stoppen, die Intensität reduzieren oder zu einer einfacheren Variante wechseln.
Zusätzlich gilt die entscheidende 24-Stunden-Regel: Der Schmerz, der während des Trainings auftritt, muss sich am nächsten Morgen wieder auf dem Ausgangsniveau vor dem Training befinden.[1] Ist der Schmerz am Folgetag deutlich stärker, war die Belastung zu hoch und muss beim nächsten Mal angepasst werden.
Hören Sie auf Ihren Körper – er gibt Ihnen die richtigen Signale. Es geht nicht um Zwang, sondern um kluges Fordern.

Was Bilder wirklich aussagen: Röntgen und die Realität
Viele Patienten sind durch radiologische Befunde wie „Knorpelabnutzung Grad 4″ oder „Knochen auf Knochen“ stark verunsichert. Eine zentrale Botschaft der Aufklärung ist jedoch: Die Bilder korrelieren nur sehr schlecht mit den tatsächlichen Schmerzen und Funktionseinschränkungen.[1]
Es gibt Menschen mit starken arthrotischen Veränderungen im Röntgenbild, die kaum Schmerzen haben – und umgekehrt. Der Zustand Ihres Gelenks wird nicht allein durch ein Bild definiert. Entscheidend ist die Funktion: wie gut Ihre Muskeln das Gelenk stabilisieren und steuern können.[1] Ein starkes, gut koordiniertes Bein kann ein Gelenk mit fortgeschrittener Arthrose oft hervorragend kompensieren.
Nachdem Sie nun mit dem nötigen Wissen ausgestattet sind, um sicher zu trainieren, können wir den Schritt von der Theorie in die Praxis machen.

Kniearthrose Übungen: Ihr strukturiertes Trainingsprogramm (Level 1-3)
Das neuromuskuläre Training (NEMEX) ist das Herzstück des Programms.[8] Hierbei geht es weniger um den Aufbau großer Muskelberge als vielmehr um die Verbesserung des Zusammenspiels zwischen Nervensystem und Muskulatur.[1] Das Ziel: die Bewegungsqualität optimieren, die Beinachse (Hüfte-Knie-Fuß) stabilisieren und die Kontrolle über das Gelenk in alltagsrelevanten Situationen wiedererlangen. Qualität steht immer vor Intensität.[1]
Sehen Sie mich als Ihren Coach, der Sie durch jede Bewegung begleitet. Achten Sie auf die Details – hier liegt der Schlüssel zum Erfolg.
Die folgenden Übungen sind in drei Schwierigkeitsstufen (Level) unterteilt. Sie steigern das Level erst dann, wenn Sie die aktuelle Stufe sicher und mit guter Bewegungskontrolle ausführen können.
Kernübungsgruppe 1: Rumpf- und Beckenstabilität
Eine stabile Rumpf- und Beckenmuskulatur ist das Fundament für eine gesunde Beinachse.[1] Ein instabiles Becken führt unweigerlich zu Fehlbelastungen im Knie. Da die meisten Beinmuskeln am Becken ansetzen, ist ein stabiler Rumpf die Voraussetzung dafür, dass Ihre Beinmuskulatur das Kniegelenk präzise steuern und schützen kann.
Übung 1A: Beckenlift
- Level 1: Legen Sie sich auf den Rücken, die Beine auf einem Gymnastikball. Die Hände liegen seitlich am Körper. Spannen Sie Bauch- und Gesäßmuskeln an und heben Sie die Hüfte vom Boden ab, bis Ihr Körper eine gerade Linie bildet. Kehren Sie dann langsam in die Ausgangsposition zurück.
- Level 2: Um den Hebel zu verlängern, positionieren Sie nur noch die Fersen auf dem Ball. Achten Sie weiterhin darauf, die Rumpf- und Gesäßmuskulatur während der gesamten Bewegung aktiviert zu halten.
- Level 3: Führen Sie die Übung einbeinig durch. Heben und senken Sie die Hüfte, während ein Bein gestreckt bleibt. Achten Sie besonders darauf, dass Ihr Becken dabei gerade bleibt und nicht zur Seite abkippt. Führen Sie die Übung für beide Seiten durch.
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Übung 1B: Sit-ups
- Level 1: Legen Sie sich auf den Rücken, die Waden liegen auf einem Gymnastikball. Strecken Sie die Arme nach vorne. Ziehen Sie den Bauchnabel zur Wirbelsäule ein und rollen Sie Ihre Schulterblätter vom Boden ab. Halten Sie die Position für eine Sekunde und senken Sie sich dann kontrolliert wieder ab.
- Level 2: Führen Sie die gleiche Bewegung durch, aber legen Sie Ihre Hände über Kreuz auf die Brust.
- Level 3: Legen Sie die Hände hinter den Nacken. Um eine Belastung des Nackens zu vermeiden, legen Sie die Hände nur an die Ohren, ohne am Kopf zu ziehen, und drücken Sie Ihre Zunge gegen den Gaumen.
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Kernübungsgruppe 2: Beinachse und Haltungskontrolle
Diese Übungen trainieren die dynamische Stabilität Ihres Knies in Bewegung und verhindern das Abweichen der Beinachse (z.B. in eine X-Bein-Position).[1]
Übung 2A: Ausfallschritte (Backward Sliding & Forward Lunges)^8^
- Level 1: Beginnen Sie im Stehen und belasten Sie ein Bein, während der andere Fuß auf einer Gleitunterlage (z.B. einem XR Slide oder einem Tuch auf glattem Boden) steht. Nutzen Sie bei Bedarf eine Hand zur Unterstützung. Gleiten Sie mit dem hinteren Bein nach hinten, während Sie das vordere Knie beugen. Der Großteil des Gewichts bleibt auf dem vorderen Bein. Kehren Sie langsam in die Startposition zurück.
- Level 2: Steigern Sie die Übung, indem Sie das vordere Standbein auf eine instabile Oberfläche stellen, z.B. eine Schaumstoffmatte oder ein Kissen.
- Level 3: Führen Sie einen dynamischen Ausfallschritt nach vorne aus. Machen Sie einen großen Schritt nach vorne, beugen Sie das vordere Knie und achten Sie auf eine korrekte Ausrichtung von Hüfte, Knie und Knöchel. Drücken Sie sich anschließend kraftvoll zurück in die Ausgangsposition.
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Übung 2B: Seitliche Ausfallschritte (Sideward Sliding & Lateral Lunges)
- Level 1: Beginnen Sie im Stehen, ein Bein ist das Standbein, das andere steht auf einer Gleitunterlage (z.B. einem XR Slide oder einem Tuch auf glattem Boden). Gleiten Sie mit dem einen Bein seitlich nach außen, während Sie das Knie des Standbeins beugen. Kehren Sie langsam in die Startposition zurück. Nutzen Sie bei Bedarf eine Hand zur Unterstützung.
- Level 2: Führen Sie die gleiche Bewegung durch, während das Standbein auf einer instabilen Oberfläche steht (z.B. einer Schaumstoffmatte).
- Level 3: Führen Sie einen dynamischen seitlichen Ausfallschritt aus. Machen Sie einen großen Schritt zur Seite, beugen Sie das Knie dieses Beines und drücken Sie sich dann kraftvoll zurück in die Ausgangsposition.
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Kernübungsgruppe 3: Gezielte Beinkraft
Diese Übung kräftigt gezielt die seitliche Hüftmuskulatur, die für die Stabilisierung des Beckens beim Gehen und Stehen unerlässlich ist.[1]
Übung 3A: Hüftabduktoren im Stand
- Level 1: Stehen Sie aufrecht und legen Sie ein leichtes Widerstandsband um Ihre Knöchel. Halten Sie sich bei Bedarf an einem stabilen Objekt fest. Heben Sie das äußere Bein gestreckt so weit wie möglich zur Seite, um das Band zu dehnen. Halten Sie Ihren Oberkörper und das Standbein dabei vollkommen stabil, ohne zu kippen oder zu verdrehen.
- Level 2: Steigern Sie die Übung durch die Verwendung eines mittleren oder starken Widerstandsbandes.
- Level 3: Führen Sie die Übung auf einer instabilen Oberfläche aus, z.B. einer Schaumstoffmatte oder einem dicken Kissen.
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Kernübungsgruppe 4: Funktionelle Alltagsübungen
Diese Übungen übersetzen die gewonnene Kraft und Kontrolle direkt in alltägliche Bewegungen wie das Aufstehen oder Treppensteigen.[1]
Übung 4A: Aufstehen vom Stuhl
- Level 1: Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Füße parallel und schulterbreit auseinander. Nutzen Sie leichte Handunterstützung (z.B. an den Stuhllehnen), um aufzustehen. Achten Sie besonders auf die kontrollierte und langsame Abwärtsbewegung – lassen Sie sich nicht in den Stuhl fallen.
- Level 2: Führen Sie die Übung ohne Handunterstützung durch, indem Sie die Arme vor der Brust verschränken. Drücken Sie sich aus den Fersen nach oben und senken Sie sich langsam wieder ab.
- Level 3: Führen Sie die Übung einbeinig durch, indem Sie einen Fuß vor den anderen stellen. Der Fokus der Belastung liegt auf dem hinteren Bein.
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Übung 4B: Treppensteigen (Step-ups)
- Level 1: Steigen Sie auf eine niedrige Stufe, bei Bedarf mit leichter Handunterstützung für das Gleichgewicht. Steigen Sie anschließend rückwärts wieder in die Ausgangsposition.
- Level 2: Führen Sie die Übung auf einer mittelhohen Stufe durch.
- Level 3: Steigern Sie die Übung, indem Sie eine hohe Stufe oder Treppe verwenden. Achten Sie auf eine flüssige und kontrollierte Bewegung sowohl beim Auf- als auch beim Absteigen.
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Was können Sie erwarten? Die beeindruckenden Ergebnisse aus der Praxis

Die Wirksamkeit des GLA:D® Programms beruht nicht auf einzelnen Erfolgsgeschichten, sondern auf den systematisch erfassten Daten von Zehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern weltweit.[3] Diese „Real-World-Evidenz“ zeigt bemerkenswert konsistente und positive Ergebnisse.
Weniger Schmerzen, mehr Beweglichkeit
Die Daten aus den nationalen Registern belegen eine klinisch signifikante Schmerzreduktion und eine deutliche Verbesserung der Gelenkfunktion.
- Schmerzreduktion: Im Durchschnitt berichten Teilnehmer nach Abschluss des Programms von einer Schmerzreduktion von etwa 27-31%.[3,4,5] Dieser Effekt ist nicht nur kurzfristig, sondern bleibt auch nach einem Jahr stabil.[3]
- Funktionelle Verbesserung: Die objektiven Tests zeigen eindrucksvolle Fortschritte. Die Leistung im 30-Sekunden-Stuhl-Test (ein Maß für Kraft und Selbstständigkeit) verbessert sich um ca. 24-27%.[3] Die Gehgeschwindigkeit über 40 Meter nimmt im Schnitt um 10-14% zu.[3]
Reduzierung von Medikamenten und Operationen
Ein zentrales Ziel des Programms ist es, die Abhängigkeit von passiven Maßnahmen zu verringern und invasive Eingriffe hinauszuzögern oder zu vermeiden.
- Medikamentenkonsum: Zwischen 40% und 50% der Teilnehmer können ihren Verbrauch an Schmerzmitteln (wie NSAR oder Paracetamol) deutlich reduzieren.[3]
- Operationsvermeidung: Die Daten zeigen ein enormes Potenzial zur Vermeidung von Gelenkersatzoperationen. In einer australischen Auswertung hatten 63% der Patienten, die vor dem Programm eine Operation wünschten, diesen Wunsch nach 12 Monaten revidiert und keine Operation erhalten.[5]
Diese Zahlen belegen, dass ein strukturierter, aktiver Ansatz nicht nur Symptome lindert, sondern auch den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen und die Lebensqualität nachhaltig steigern kann.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Diagnose Kniearthrose muss kein Endpunkt sein, sondern kann der Beginn eines neuen, bewussten Umgangs mit Ihrem Körper werden. Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Leitfaden sind:
- Arthrose ist kein unabwendbares Schicksal. Es handelt sich um einen biologischen Prozess, den Sie durch Ihr Verhalten aktiv und positiv beeinflussen können.
- Bewegung ist Medizin. Gezielte, qualitativ hochwertige Übungen nähren Ihren Knorpel, stärken Ihre Muskulatur und stabilisieren Ihr Gelenk.[6,7]
- Wissen gibt Ihnen die Macht zurück. Wenn Sie verstehen, wie Sie Schmerz managen und sicher trainieren, überwinden Sie die Angst und gewinnen die Kontrolle über Ihre Lebensqualität zurück.
Sie haben nun die grundlegenden Werkzeuge und das Wissen an der Hand, um den ersten Schritt zu tun. Seien Sie geduldig und nachsichtig mit sich selbst, feiern Sie kleine Erfolge und vertrauen Sie auf die Fähigkeit Ihres Körpers, sich anzupassen und stärker zu werden.
Starten Sie jetzt in ein aktiveres Leben mit weniger Schmerzen
Leiden Sie unter Knieschmerzen oder fühlen sich unsicher, welche Übungen für Ihre Kniearthrose wirklich helfen? Bei Physiotherapie TheraMediCom in Dortmund setzen wir auf moderne, evidenzbasierte Therapiekonzepte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit gezieltem, neuromuskulärem Training Ihr Knie stabilisieren, die Bewegungsqualität verbessern und Schmerzen nachhaltig lindern können.
Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin – gemeinsam analysieren wir Ihre individuelle Situation und erstellen einen maßgeschneiderten Trainingsplan, der Sie sicher und Schritt für Schritt zurück in Bewegung bringt.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist, wenn eine Übung Schmerzen verursacht?
Nutzen Sie das Ampel-Modell: Schmerzen bis zu einem Niveau von 5 auf einer 10er-Skala sind während der Übung akzeptabel.[1] Entscheidend ist die 24-Stunden-Regel: Der Schmerz muss am nächsten Morgen wieder auf dem Ausgangsniveau sein. Ist er höher, war die Belastung zu intensiv und sollte beim nächsten Mal reduziert werden.
Hilft das Programm auch bei einer als „schwer" eingestuften Arthrose?
Ja, absolut. Internationale Leitlinien empfehlen Patientenedukation und Bewegungstherapie als Erstlinientherapie für alle Patientinnen und Patienten, unabhängig vom radiologischen Schweregrad.[6,7] Die Funktion und nicht das Röntgenbild ist entscheidend für den Erfolg.
Wie lange muss ich die Übungen machen?
Das betreute Kernprogramm dauert in der Regel sechs bis acht Wochen.[1] Das eigentliche Ziel ist jedoch, die Übungen und einen aktiven Lebensstil dauerhaft in Ihren Alltag zu integrieren, um die erzielten Verbesserungen langfristig zu erhalten.
Kann ich das Programm auch alleine zu Hause machen?
Das Programm ist für eine anfängliche professionelle Supervision durch zertifizierte Physiotherapeuten konzipiert.[1] Dies stellt sicher, dass Sie die Übungen korrekt und sicher ausführen und die für Sie passenden Schwierigkeitsgrade wählen. Das langfristige Ziel ist es jedoch, Sie zum Selbstmanagement zu befähigen.
Warum ist das Training in der Gruppe wichtig?
Das Training in der Gruppe hat mehrere Vorteile. Der soziale Austausch mit anderen Betroffenen reduziert das Gefühl der Isolation, fördert die gegenseitige Motivation und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das Programm konsequent durchführen.[9]
Vertiefen Sie Ihr Wissen: Die wissenschaftliche Wissensbasis zu GLA:D® und Kniearthrose
Egal, ob Sie als Patient die biologischen Hintergründe Ihrer Kniearthrose besser verstehen oder als Fachkraft nach den aktuellen evidenzbasierten Standards suchen: Die vollständige Wissensbasis bietet eine umfassende Zusammenfassung des wissenschaftlichen Konsenses zum GLA:D®-Programm und zur modernen Arthrosebehandlung (Stand 2025/2026).
Diese Wissensbasis verabschiedet sich von veralteten, fatalistischen „Verschleiß-Dogmen“ und setzt stattdessen auf das moderne bio-psycho-soziale Modell der Arthrose als Basis für eine erfolgreiche Genesung. Im vollständigen Dokument finden Sie detaillierte Informationen zu:
- Der Biologie von „Wear and Repair“: Erfahren Sie, warum Arthrose kein unaufhaltsamer Verschleiß ist, sondern ein Ungleichgewicht zwischen Abbau- und Reparaturprozessen – und wie intermittierende Belastung wie eine Pumpe zur Knorpelernährung beiträgt.
- Dem Teufelskreis durchbrechen: Verstehen Sie die neurophysiologischen Mechanismen hinter arthrogener Muskelinhibition, sensorischen Defiziten und Kinesiophobie – und wie GLA:D® diesen Kreislauf unterbricht.
- Evidenzbasierten Trainingsprotokollen: Detaillierte Beschreibungen des NEMEX-Programms mit allen vier Übungsstationen (Rumpfstabilität, Beinachse, Beinkraft, funktionelle Alltagsübungen) inklusive präziser Progressionskriterien.
- Real-World-Evidenz aus nationalen Registern: Umfassende Analyse der Jahresberichte aus Dänemark, Kanada, Australien und der Schweiz mit konkreten Zahlen zu Schmerzreduktion (27-43%), funktioneller Verbesserung und Operationsvermeidung (63% Wunschrevision).
- Implementierung in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Praktische Informationen zu Selektivverträgen, Kostenübernahme durch Krankenkassen, Vergütungsmodellen und Zugangsvoraussetzungen.
- Kritischer Evidenzanalyse: Transparente Darstellung methodischer Limitationen (Selektionsbias, fehlende Kontrollgruppen) und realistische Einordnung der Effektstärken im Vergleich zu pharmakologischen und chirurgischen Interventionen.
Laden Sie die vollständige Wissensbasis herunter, um Zugriff auf diesen strukturierten, evidenzbasierten Leitfaden für die erfolgreiche Behandlung der Kniearthrose zu erhalten.
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Quellenverzeichnis
[1] GLA:D® für Kniearthrose: Eine evidenzbasierte Analyse zur Transformation der Versorgungsrealität. Wissensbasis GLA:D Deutschland. Verfügbar unter: https://glad-deutschland.de
[2] History – GLA:D International. Verfügbar unter: https://gladinternational.org/history/
[3] GLA:D® Denmark Annual Report 2022. Verfügbar unter: https://glaid.dk/pdf/GLAD_Annual_Report_2022_f.pdf
[4] GLA:D Canada Hip and Knee Annual Report 2023. Verfügbar unter: https://gladcanada.ca/wp-content/uploads/2025/05/GLAD-Canada_Annual-Report-2023__FINAL.pdf
[5] GLA:D Australia Annual Report 2022. Verfügbar unter: https://gladaustralia.com.au/wp-content/uploads/2023/05/GLAD-Annual-Report-2022.pdf
[6] OARSI Guidelines for the Non-Surgical Management of Knee Osteoarthritis. Verfügbar unter: https://oarsi.org/sites/oarsi/files/docs/2014/non_surgical_treatment_of_knee_oa_march_2014.pdf
[7] EULAR Recommendations Management. Verfügbar unter: https://www.eular.org/recommendations-management
[8] An Exercise Therapists‘ Guide to Neuromuscular Exercise for People With Knee or Hip Osteoarthritis. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 2025. Verfügbar unter: https://www.jospt.org/doi/10.2519/jospt.2025.13041
[9] Absence of improvement with exercise in some patients with knee osteoarthritis: a qualitative study of responders and nonresponders. Physio Network. Verfügbar unter: https://www.physio-network.com/research-reviews/knee/absence-of-improvement-with-exercise-in-some-patients-with-knee-osteoarthritis-a-qualitative-study-of-responders-and-nonresponders/


